Adieu Eintagsküken: So kaufst Du Eier richtig

Adieu Eintagsküken: So kaufst Du Eier richtig

© Karim Manjra

In der Geflügelproduktion werden die männlichen Küken aus ökonomischen Gründen aussortiert. Deutschland strebt nun einen Ausstieg aus dieser grausamen Praxis bis Ende 2021 an. Wer Eier von speziellen Initiativen kauft, kann den frühen Tod männlicher Küken bereits jetzt verhindern.

Eintagsküken

Für die Eierproduktion werden etwa 44 Millionen Hühner in Deutschland gehalten. Jeder weiß auch, dass für das Eierlegen die Hennen zuständig sind. Die männlichen Tiere wiederum haben ökonomisch gesehen –  in der Logik der Agrarindustrie – keinen großen Wert. Sie legen keine Eier und setzen weniger Fleisch an als weibliche Hühner. Aus diesem Grund werden  sie meist direkt nach dem Schlüpfen getötet. Nach einschlägigen Medienberichten werden pro Jahr daher erschreckende 45 Millionen männliche Küken geschreddert oder mit Gas getötet. Viele Versuche in den Bundesländern, die systematische Kükentötung zu verbieten, scheiterten. Das Bundesverwaltungsgericht entschied im Juni 2019, dass das Kükentöten übergangsweise erlaubt bleibt. Spätestens 2021 müssen dann geeignete Verfahren zur Verfügung stehen, um das Geschlecht der Hühnerembryos schon im Ei bestimmen zu können.

2019 hat laut Statista jeder Deutsche pro Jahr 236 Eier gegessen.

Die »Bruderhahn Initiative Deutschland«

Mehrere Initiativen in Deutschland versuchen, Lösungen für das Problem zu finden. Einige wie zum Beispiel »Bruderhahn« verzichten selbst auf die grausame Praxis und ziehen die männlichen Küken mit auf. Um die Unkosten hierfür zu decken, wird für jedes Ei aus der »Bruderhahn Initiative Deutschland« ein Zuschlag von vier Cent verlangt.

Discounter im Eier-Check

Wer nur vier Cent mehr pro Ei investiert, unterstützt das Kükenschreddern nicht. Wir haben Dir daher eine Übersicht zusammengestellt, bei dem Du Dir sicher sein kannst, dass hier keine männlichen Küken geschreddert werden:

2017 starteten Aldi Süd und Aldi Nord mit dem »Eierhof Hennes« das Projekt »Henne & Hahn« zur Aufzucht männlicher Küken. Allerdings wird dabei pro Legehenne nur ein »Bruderhahn« aus dem gleichen Schlupf aufgezogen.

»Henne & Hahn«-Eier sind nur in einigen Regionen bei Aldi erhältlich, und zwar in Filialen im Saarland, in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Nordbayern.

Bis 2022 wollen Aldi Süd und Aldi Nord in ihren Lieferketten das Töten von männlichen Küken komplett abschaffen.

Alnatura hat 2016 die »Bruderküken-Initiative« ins Leben gerufen. Die Eier der Eigenmarken Alnatura und Alnatura Origin stammen ausschließlich von Bio-Legehennen, deren männliche Küken nicht getötet, sondern aufgezogen werden.

Bei der Biomarkt-Kette »Basic« gibt es in allen Filialen Bio-Eier mit der »Bruderherz-Initiative«, bei der die männlichen Küken mit aufgezogen und nach eigenen Angaben artgerecht gehalten werden. Außerdem soll man sich beim gesamten Eier-Sortiment gegen das Kükentöten entschieden haben.

In den denn’s-Biomärkten gibt es Bio-Eier der Initiative »haehnlein«, bei der Hennen & Hähne  unter guten Bedienungen aufgezogen werden.

EDEKA bietet überregional »haehnlein« Bio-Eier ohne das Kükenschreddern an.

Im Süden Deutschlands gibt es Eier aus Freilandhaltung aus der Initiative »Huhn & Hahn«, welche Legehennenbetrieben in Baden-Württemberg und Bayern die Aufzucht männlicher Küken ermöglicht. In anderen Bundesländern werden Eier aus Bodenhaltung ohne Kükenschreddern mit den Namen »Brüderchen + Schwesterchen« & »Farm Ei« angeboten.

Lidl bietet derzeit regionale Eier aus Freilandhaltung an. Diese findest Du unter der Bezeichnung »Kükenherz-Eier«.

Netto unterstützt vereinzelt regionale »Bruderhahn«-Projekte.

Die REWE Group verkauft in vielen Rewe- und Penny-Märkten »Respeggt«-Freiland-Eier.

In einigen Filialen gibt es »haehnlein«-Bio-Eier. Das Unternehmen bietet außerdem unter den Marken »Spitz&Bube« (REWE) und »Herzbube« (Penny) seinen Kunden Freiland-/Bodenhaltungseier aus Bruderhahn-Projekten an.

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