Die Stadt der 15 Minuten: So begegnet Paris dem Klimawandel

© Nicolas Bascop / Paris en Commun

Die amtierende Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo plant, Frankreichs Hauptstadt umzubauen: Jeder Einwohner von Paris soll in der Lage sein, seine Grundbedürfnisse innerhalb eines kurzen Spaziergangs oder einer Radtour befriedigen zu können. Jede Straße in Paris soll daher bis 2024 fahrradfreundlich sein.

Zeichnung zur Veranschaulichung der Pläne von Hidalgo

© Nicolas Bascop

Das 15-minütige Stadtkonzept

Sollte die amtierende Bürgermeisterin von Paris wiedergewählt werden, plant Anne Hidalgo, die französische Hauptstadt in eine Vielzahl von Stadtteilen zu verwandeln, in denen:

Innerhalb von 15 Minuten sollen alle Grundbedürfnisse von »Chez Moi« (bei mir) aus verfügbar sein.

© Nicolas Bascop

Von oben im Uhrzeigersinn aus lauten die Überschriften: »Apprende« (lernen), »travailler« (arbeiten), »partager et réemployer« (teilen und wiederverwenden), »s’approvisionner« (Vorräte holen), »s’aérer« (Luft schnappen), »se cultiver et s´engager« (sich selbst entwickeln und verbinden), »se soigner« (auf sich selbst aufpassen), »circuler« (herumkommen), »se dépenser« (ausgeben) und »bien manger« (gut essen).

60.000 Parkplätze weniger geplant

Hidalgo gab bekannt, dass der Platz, der erforderlich ist, um Paris fahrradfreundlich zu machen, größtenteils auf Kosten des Autofahrens gehen würde. Ihren Plänen zufolge wird Paris 72% seiner Parkplätze auf der Straße entfernen – konkret wären das 60.000 Stück. Die amtierende Bürgermeisterin will eine sogenannte »ökologische Transformation der Stadt« initiieren, die die Luftqualität in Paris verbessert und die Lebensqualität signifikant erhöht.

Die segmentierte Stadt

Das 15-minütige-Konzept basiert auf die Ideen der »segmentierten Stadt« von Carlos Moreno, Professor an der »Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne«. Anstatt Einkaufszentren außerhalb der Stadt zu bauen, würde die 15-minütige Stadt über eine »Hyper-Nähe« verfügen, bei der der Zugang zu den wesentlichen Grundbedürfnissen immer in unmittelbarer Nähe zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar ist. Einwohner sparen so Zeit und Wege, haben mehr Platz, sich in ihrem Viertel zu bewegen und können komplett auf das Auto verzichten.

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